Zero Waste – So geht Kochen ohne Reste


Zero Waste

Pesto aus Radieschenblättern, Pickles aus Grünkohl-Stängeln, Suppe aus Blumenkohlblättern, -strünken und Kartoffelschalen: Die Resteverwertung in der Küche ist kreativ und nachhaltig. Und man kann aus der Idee prima einen Wettbewerb mit sich selbst gestalten: Abfall wo immer möglich vermeiden, um Ressourcen und damit Klima und Umwelt zu schonen. Auf neudeutsch heißt diese Trend-Bewegung Zero Waste. Und es geht längst nicht mehr nur um Plastik und Verpackungen. Auch die Küche kann dabei eine wichtige Rolle spielen. 

Bei Zero Waste geht es um Nachhaltigkeit


Aber von vorne: Wer Müll beim Kochen und Essen vermeiden möchte, sollte nämlich schon den Einkauf planen. Wer weiß, was er in den nächsten Tagen kochen möchte, kauft nicht zu viel ein, was am Ende im Kühlschrank oder im Vorrat vergammelt. Wer trotzdem einmal zu viel eingekauft hat und keinen Platz im Gefrierschrank hat, kann sich im Einmachen probieren oder manches bereits vorkochen und mit zur Arbeit nehmen, statt in der Kantine zu speisen.

Auch beim Kochen nach dem Zero-Waste-Prinzip gilt es, Abfall zu vermeiden. Bei Gurke, Aubergine, Karotte, Kartoffel, Pastinake, Rote Bete, Süßkartoffel ist die Schale beispielsweise essbar. Auch die Blätter von Radieschen, Roter Bete und Blumenkohl sind essbar. Zitrusfrüchte, Melonen, Zwiebeln, Knoblauch und Bananen beispielsweise muss man zwar schälen, die Schalen lassen sich aber ebenfalls nutzen:  Zwiebel- und Knoblauchschalen können etwa zusammen mit anderen Gemüseabschnitten gesammelt und zur Brühe gekocht werden.

Selbst aus Zitronenschalen lässt sich noch etwas zaubern 


Wassermelonenschalen lassen sich prima einmachen und schmecken dann gut zu Käse. Auch die Schalen von Zitrusfrüchten lassen sich zu Leckerbissen verarbeiten, etwa zur Creme kochen oder in dünnen Streifen kandieren und beim Kuchenbacken oder als Topping auf dem Dessert verwenden. Auch Würzpulver lässt sich daraus herstellen. Zitronenschalen schmecken zudem lecker als Likör. Und aus Apfelresten wird nicht nur leckerer Essig, sondern auch als Chips oder beim Backen von Keksen können sie Verwendung finden.

Orangenschalen wegwerfen? Schlechte Idee: Sie schmecken in Zuckerwasser gekocht und in Zucker gewendet wunderbar als Topping auf Kuchen oder Müsli. Zitronenschalen, zwei Wochen lang in Essig eingelegt, ergeben mit Wasser verdünnt einen prima Allzweckreiniger, können aber auch mit Kandiszucker in weißem Rum oder Wodka eingelegt auch als Zitronenschalen-Likör den Magen nach einem üppigen Mahl aufräumen. Und selbst Gourmets werden die Bisque aus den ausgekochten Schalen von Meeresfrüchten zu schätzen wissen.

Wer sich erst einmal mit der Idee beschäftigt, findet viele überraschende Tipps und Rezepte. Weitere Anregungen gibt es etwa bei der Zero Waste Familie,  Cookook und den Nature Nerds. (wig)

 

Weitere Themen, Tipps und Trends gibt es übrigens hier.

Rezept-Ideen zur Resteverwertung:

Gemüsebrühe: Saubere Gemüseabschnitte und Kräuterstängel in etwas Olivenöl unter Rühren anbraten, bis sie leicht Farbe annehmen, mit kaltem Wasser aufgießen, aufkochen und eine Stunde köcheln lassen. Durch ein Sieb gießen, eine weitere Stunde köchelnd einreduzieren und nach Geschmack salzen. Die Brühe hält sich im Kühlschrank bis zu einer Woche, im Gefrierschrank drei Monate (Eiswürfelbehälter sind fürs Einfrieren der Brühe praktisch). 

Chips aus Kartoffelschalen: Nicht gekeimte Kartoffelschalen ohne grüne Stellen mit Olivenöl mischen und salzen, im Backofen auf Backpapier bei 200 Grad etwa 15 Minuten lang knusprig backen.

Creme aus Grapefruitschalen: In Streifen geschnittene unbehandelte Schalen einer Grapefruit oder ausgepresste Grapefruit-Hälfte mit 240 Milliliter Wasser  aufkochen, zugedeckt 20 Minuten auf kleiner Hitze köcheln, dann abkühlen lassen. Flüssigkeit durch ein Sieb gießen und dabei 120 Milliliter abmessen. Zwei große Eier, zwei Eigelbe und 120 Gramm Zucker mit dem Schneebesen verrühren. 80 Gramm Butter und die Grapefruit-Flüssigkeit hinzufügen und bei kleiner Hitze schlagen, bis die Masse eindickt. Durch ein Sieb passieren und in ein steriles Schraubglas füllen. (Gekochte Schalen und übrige Eigelbe lassen sich nach eigenen Rezepten ebenfalls noch nutzen). (wig)