Seit 25 Jahren in Folge ist Martin Scharff mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Seine Lehre absolvierte der Vater zweier Töchter im Hotel Sonne in Bopfingen. Im Anschluss arbeitete der 54-Jährige unter anderem als Koch bei Harald Wohlfahrt in Baiersbronn und im Restaurant von Jörg Müller in Westerland auf Sylt. Nach zehn Jahren im Hotel Eisenkrug in seinem Geburtsort Dinkelsbühl übernahm er 2001 die Wartenberger Mühle in der Nähe von Kaiserslautern. Seit 2012 agiert er als geschäftsführender Gesellschafter der Restaurantbetriebe des Heidelberger Schlosses, zu denen unter anderem das Gourmetrestaurant Scharffs Schlossweinstube gehört.

Herr Scharff, erst kürzlich waren Sie auf einer kulinarischen Südamerika-Reise. Wie wichtig sind Ihnen bei Ihren Kreationen ausländische Einflüsse?
Die ausländische Küche hat mich mein Leben lang begleitet. Nach meiner Lehre war ich in Kalifornien und Asien unterwegs. Dabei habe ich zum Beispiel viele internationale Gewürze kennengelernt, die ich noch heute für meine regionalen Gerichte verwende. Das macht etwa Kreationen wie Wild und Zander facettenreicher. Ich lasse mich gerne von der Küche anderer Kollegen inspirieren, das erweitert den eigenen Horizont.

Was haben Sie zuletzt für Freunde gekocht?
Ich komme gebürtig aus Franken und bei uns gab es früher immer Wiener Schnitzel mit frischem Kartoffelsalat. Das habe ich erst kürzlich für meine Freunde gekocht. Gerade an wärmeren Tagen ist das für mich ein tolles Gericht, das einfach und schnell zuzubereiten ist. Ein kleiner Tipp: Frische gehobelte Gurken verleihen dem Kartoffelsalat eine besondere Note.

Was ist Ihr Ausgleich zum stressigen Berufsalltag?
Meine beiden Töchter. Mit der älteren, sie ist 20 Jahre alt, mache ich regelmäßig Städtereisen, die auf Kultur und Kulinarik ausgerichtet sind. Barcelona, Paris und Amsterdam haben wir bereits gesehen, Stockholm und Lissabon stehen noch auf unserer Liste. Mit meiner jüngeren fünfjährigen Tochter gehe ich vor allem in den Zoo und in Freizeitparks. Darüber hinaus spiele ich in der Deutschen Mannschaft der Spitzenköche und Restaurateure. Das ist eine Benefizaktion für soziale Zwecke. Auch wenn unsere dritte Halbzeit aus gutem Essen besteht, ist es ein guter Ausgleich, mit den Kollegen mal nicht übers Kochen zu sprechen.

In der 22. Ausgabe des espresso-Magazins verraten uns 14 Sterneköchen ihre Hobbies und was bei ihnen auf den Tisch kommt. Auch in der neuen 23. Ausgabe des espresso kommen wieder Genuss-Menschen zu Wort, unter anderem die aktuellen Weinköniginnen aus der Region sowie Spitzenköche wie Johann Lafer und Alexander Herrmann. Den neuen Gastroguide gibt es im Buch- und Zeitschriftenhandel!

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