Wenige Zutaten, unendliche Vielfalt: Pizza regiert die Welt


Pizza

Sie ist als Tiefkühlkost der Inbegriff moderner Fastfood-Küche, und in frischer Zubereitung zugleich zeitgemäße Genießer-Kost. In Neapel gehört die Pizza Napoletana zum Unesco Kulturerbe und ist mit einem Herkunftssiegel geschützt, Pizzabäcker Franco Pepe wurde sogar mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Neu ist die Pizza allerdings nicht. Schon die alten Ägypter feierten mit belegten Teigfladen den Geburtstag des Pharaos, wie Kochbuch-Autorin Karin Niedermeier in „Pizza Panik“ (Falken-Verlag) zu berichten weiß. Auch die griechische Antike und die Babylonier kannten demnach erste Pizzarezepte. Es waren allerdings die Italiener, die Tomaten, Basilikum und Mozzarella auf den Teigfladen packten – und so den heute wieder modernen Klassiker, die Pizza Margherita, erfanden.

Pizza ist nicht gleich Pizza

Von Neapel aus trat die Pizza den Siegeszug rund um die Welt an. Heute gibt es unzählige Varianten wie Pinsa, weiße Pizza und Pizzen mit Twist zu allen nur vorstellbaren internationalen Küchen vom Pizza-Baguette bis zum Pizza-Burger. Und so ist das beliebte Reste-Essen – schließlich bedarf es mit Mehl, Olivenöl, Hefe, Salz, etwas Zucker und lauwarmem Wasser nur wenige Zutaten für den Teig und als Belag passt nahezu alles, was sich im Kühlschrank findet und weg muss – zum Kult avanciert, der mitunter schräge Blüten treibt.

„Pizza is God“ hieß etwa 2018 eine Ausstellung in Düsseldorf über die „kulturelle Bedeutung und ikonische Kraft der Pizza“. Die Antilopen-Gang huldigt dem Fladen, der uns Sattmacher wie Seelentröster ist, in einem Song: „Mit dem dampfenden Symbol unsrer Hoffnung in der Hand. Die heilige Scheibe, die alle vereint. Die Weisheit der Menschheit, gebacken in Teig“. Und Statista.de vermeldet einen seit Jahren ständig steigenden Absatz an Tiefkühl-Pizzen in Deutschland, zuletzt 377.426 im Jahr 2020. Nein, nicht Stück, sondern Tonnen!
Grund genug zu ermitteln, was eigentlich eine wirklich gute Pizza ausmacht. Das Magazin „Stern“ hat in einem Online-Beitrag dazu folgenden Tipp auf Lager: „Auf eine Pizza gehört keine Ananas. Auch kein Lamm. Keine Erbsen und kein Mais.“ Der Boden müsse dünn, kross und knusprig sein. Der Belag dürfe nicht darauf schwimmen.

Auch Sterneköche beschäftigen sich mit dem Thema Pizza

Sternekoch Frank Rosin verrät einen Teig-Trick: In seinem Kochbuch zur TV-Serie „Rosins Restaurants – So wird’s perfekt“ unterstreicht er die Bedeutung des richtigen Mehls: „Für Pizzateig wichtig ist der Anteil an Klebereiweiß, auch als Gluten bekannt.“ Am besten gelinge der Teig mit der italienischen Mehlsorte „Tipo 00“. Es ist in gut sortierten Supermärkten und im italienischen Feinkosthandel erhältlich.

Gefragt ist außerdem etwas Geduld, denn der Teig muss mit einem Küchentuch bedeckt gut eine Stunde gehen, bevor er ausgerollt wird, wieder einige Minuten gehen muss und schließlich belegt und gebacken wird. Dass es zu Hause trotzdem nicht so schmeckt wie beim guten Italiener, liegt am Elektro-Backofen, der mit dem holzgeheizten Steinofen nicht mithalten kann. Bessere Ergebnisse verspricht ein Pizzastein für den Ofen.

Die Pizza daheim lässt sich nach Gusto abwandeln und weiterentwickeln. Kochbuch-Autorin Claudia Schilling („Follow me“, at-Verlag) verwendet etwa statt Weißmehl für den Hefeteig auch gerne mal kräftigere Sorten oder sogar Vollkorn-Mehl. Sie belegt den Teig mal pikant, mal vegan und mal süß mit Mascarpone, Beeren und Keksen oder Bananen und Schokoaufstrich. Sie backt Pizza-Schnecken, Pizza-Balls, Pizza-Cake, Pizza-Muffins „to go“ und „Wald-Schlangenbrot“. Und als „brotlose Pizza-Varianten“ kommen bei ihr sogar gebackene und belegte Spaghetti, Gemüseraspel oder Polentafladen als Pizzaboden zum Einsatz. Die Geschichte der Pizza kann also weitergehen … (wig)

Knuspriger Rand, dünner Teig, leckerer Belag: So sieht die perfekte Pizza aus. (Foto: Stephan Berthold/Pixabay)

Rezepte: Pizza-Teig und raffinierte Varianten

Klassischer Pizzateig
Zutaten:
1 Päckchen Trockenhefe, 1 Prise Zucker, 500 g Mehl (Tipo 00), 2 EL Olivenöl, Salz

Zubereitung:
Hefe mit Zucker und 4 EL lauwarmem Wasser verrühren, 5 Minuten ruhen lassen. Hefemischung mit Öl und 1 TL Salz zum Mehl geben und mit 300 ml lauwarmem Wasser zum elastischen Teig kneten. Zu einer Kugel formen und bedeckt an einem warmen Ort eine Stunde gehen lassen. Teig noch einmal kräftig durchkneten, ausrollen, weitere 15 Minuten gehen lassen. Nach Belieben belegen und im vorgeheizten Backofen (200 Grad Umluft) 8-10 Minuten knusprig backen.

Pizza-Kuchen für Brunch und Party
Zutaten (für eine 20er Springform):
Pizzateig, 1 Dose Pizzatomaten, Pizzagewürz, Champignons in Scheiben, 250 g Salami, 200 g geriebener Käse, etwas Mehl, Fett für die Form.

Zubereitung:
Pizzateig ausrollen, Springform auflegen und ringsherum mit einem scharfen Messer drei Pizzaböden ausschneiden. Die Böden 5-7 Minuten bei 200 °C (Umluft
180 °C) backen. Aus dem übrig gebliebenen Teig eine Kugel formen, die auf einer bemehlten Arbeitsfläche mit einer Teigrolle zu einem langen Strang ausgerollt wird. Damit den Innenrand der leicht eingefetteten Springform auskleiden. Dann die Zutaten stapeln: Auf einen gebackenen Pizzaboden einen Teil der Pizzatomaten, Pizzagewürz, Salamischeiben, Champignons und geriebenen Käse geben. Für die beiden weiteren Schichten wiederholen. Zum Schluss den Teigrand nach innen umschlagen. Den Pizza-Kuchen für ca. 30 Minuten bei 200 °C (Umluft 180 °C) fertig backen.

Pizzaschnecken fürs Partybuffet
Zutaten:
Pizzateig (oder Blätterteig), 1 Zwiebel,
1 Becher Schmand, 200 geriebener Käse, 250 g gekochter Schinken, Salz, Pfeffer

Zubereitung:
Ofen auf 200° Grad vorheizen. Zwiebel und Schinken würfeln, mit Schmand und Käse vermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Ausgerollten Teig damit bestreichen und zu einer „Wurst“ einrollen. In Scheiben schneiden, auf Backpapier 20 Minuten backen. Auf Spieße stecken.
Quelle: chefkoch.de

Prima fürs Partybuffet: Pizzaschnecken. (Foto: TheUjulala/Pixabay)