Tomaten: Allzweckwaffe in Gemüseform


Tomaten

Ob Suppe, Soße, Salat oder Topping in Form von Ketchup und Salsa: Aus der südeuropäischen Küche nicht wegzudenken, erfreuen sich Tomaten auch in der deutschen Küche wachsender Beliebtheit. Laut Statista.de ist die Tomate hierzulande sogar das meist verzehrte Gemüse – vor Möhren, Speisezwiebeln und Gurken. Der Pro-Kopf-Verbrauch habe im Jahr 2019/20 rund 28,2 Kilogramm Tomaten betragen und damit noch sechs Kilogramm mehr als vor 15 Jahren. Jetzt im Sommer ist das Angebot an frischen Tomaten wieder besonders üppig.

Zahlreiche Arten und Farben

Dabei ist Tomate nicht gleich Tomate: Das Fruchtgemüse, das zu den Nachtschattengewächsen zählt, entstammt vielmehr einer großen Familie mit zahlreichen Arten. Im Sortenregister befinden sich über 3800 verschiedene Tomatensorten, nach Schätzungen soll es sogar mehr als 7000 weitere Tomatensorten geben, die von privaten Sammlern erhalten werden, wie Tomaten-welt.de berichtet. Dort wird unterschieden nach den Kategorien Stabtomaten, Busch- und Strauchtomaten, Salattomaten, Cocktailtomaten, Cherrytomaten, Roma-Tomaten und San-Marzano-Tomaten, Fleischtomaten, Paprika-Tomaten, Rispentomaten, Grüne Tomaten, Wildtomaten und Reisetomaten. Diese Gruppen, die aufgrund ihrer Form und besonderen Eigenschaften zusammengefasst wurden, vereinen jeweils mehrere unterschiedliche Sorten.

Und von wegen alles rot: Tomaten gibt es auch in Gelb und Grün, gestreift und als Schokoladen-Tomaten. Salattomaten, dazu gehört auch die alte gelbe Sorte „Goldene Königin“ und die Schokoladentomate „Sacher“, sind groß, rund und besonders saftig. Sie eignen sich gut für den Frischverzehr. Cocktailtomaten wiederum sind klein und dekorativ und machen sich ebenso gut im Salat wie zum Einlegen in Öl und auch sie gibt es in unterschiedlichen Varianten. Unter den Cherrytomaten gibt es besonders süße Vertreter, die als Naschtomaten auch bei Kindern sehr beliebt sind. Romatomaten sind eierförmig und werden gerne für die Ketchupzubereitung oder zum Einmachen und Kochen verwendet, während Fleischtomaten auf dem Grill eine gute Figur machen. Und grüne Tomaten sind nicht etwa unreif, sondern behalten auch im reifen Zustand ihre grüne Färbung. Es gibt auch sie in vielen verschiedenen Größen und Formen. Die „Furry Yellow Hog“ ist etwa eine paprikaförmige, gelb-grün gestreifte Sorte, „Limetto“ eine grüne Cherry-Tomate mit saftig-süßen Früchten.

Der hohe Verbrauch hat aber auch seine Schattenseiten: Auch wenn die Tomate laut Statista.de das beliebteste Gemüse der deutschen Verbraucher sei, sei Deutschland bei der Versorgung mit Tomaten auf Importe angewiesen.

Beliebt: Pasta mit Basilikum und Tomaten. (Foto: Couleur/Pixabay)

Tonnenweise importiert

Der Selbstversorgungsgrad betrage nur rund vier Prozent, so dass jährlich über 700.000 Tonnen Tomaten aus den Niederlanden, Spanien, Belgien und Marokko importiert werden. Auch für passierte Tomaten und Konserven, die in großer Menge nach Deutschland eingeführt werden, summieren sich die Transportwege immens: Die dafür verwendeten Tomaten kommen zu einem wachsenden Teil aus China über Abfüller in Italien zu uns in die Ladenregale. Darauf machte das Magazin „Ökotest“ aufmerksam: „Von manchen Etiketten lässt sich rein gar nichts zum Ursprung der Rohware ablesen, von anderen richtig viel. Manche Angaben können verwirren“, heißt es dort. Das kann auch Bio-Ware betreffen: „Wenn unter dem EU Bio-Logo ,italienische Landwirtschaft’ steht, dann hat eine Öko-Kontrollstelle diese Angabe im Rahmen ihrer jährlichen Bio-Kontrolle mit überprüft.“ In diesem Fall sei man auf der sicheren Seiten. Anders beim Aufdruck: „IT-BIO-007, EU-Landwirtschaft“. Das bedeute lediglich, dass eine Kontrollstelle in Italien tätig gewesen und Rohwaren aus der EU verarbeitet worden seien. Auch eine italienische Herstelleradresse sagt laut „Ökotest“ nichts über die Herkunft aus, sondern benennt lediglich den Ort der Abfüllung. Einen Anhaltspunkt gibt es aber doch: Wenn der Produktname oder eine Flagge ein bestimmtes Land suggeriert, aber die Hauptzutat nicht von dort stammt, muss der Hersteller das angeben. (wig)

Nicht wegzudenken: Tomaten auf der Pizza, hier die klassische Margherita. (Foto: Matteo Orlandi/Pixabay)

Rezeptideen zum Selbermachen:

Hausgemachter Tomatenketchup

Zutaten für 500 ml:
2 kg  Tomaten (oder 1 kg  Dosentomaten), 1 kleiner Apfel, 250 g Zwiebeln, 1 EL Salz, 100 g Zucker, 4 EL Weinessig, 1 TL weißer Pfeffer, 1 TL gemahlene Senfkörner oder normaler Senf, 1/2 TL Ingwerpulver, 1/2 TL Pimentpulver

Zubereitung:
Tomaten waschen, Stielansatz entfernen, in Stücke schneiden. Apfel schälen, vierteln und entkernen. Zwiebeln abziehen, fein hacken. Zutaten  45 Minuten köcheln lassen,  durch ein Sieb streichen, zurück in den Topf geben und köchelnd eindicken lassen. Mit den Gewürzen abschmecken. In heiß gespülte Flaschen mit weitem Hals füllen, sofort verschließen. Kühl und dunkel gelagert etwa vier Monate haltbar.

Getrocknete Tomaten:
2 Kilo Tomaten waschen, halbieren und von Stielansatz und Kernen befreien. Fruchthälften mit der Schnittstelle nach oben auf ein Backblech mit Backpapier legen, mit Meersalz bestreuen, einige Stunden  antrocknen lassen und dann bei  90 bis 100 °C für 3-4 Stunden im Backofen durchtrocknen, bis sie eine ledrige Konsistenz haben. Die Ofentür dabei einen Spalt offen lassen. In einem luftdicht verschlossenen Glas im Kühlschrank bis zu neun  Monaten haltbar.
Quelle: tomaten-welt.de

Leicht selbst zu machen: Ketchup. (Foto: shaiith/stock.adobe.com)