Tipps, Tricks und Trends zur Grillsaison


Grillsaison

Grillen liegt im Trend – schätzungsweise 1,6 Milliarden Mal pro Jahr wird in Deutschland der Grill angefeuert, drauf kommt, was das Herz begehrt, Fleisch, Fisch, Gemüse und natürlich Bratwürste wie Nürnberger, Thüringer und Co. Etwa 1800 verschiedene Sorten sorgen zwischen Flensburg und Garmisch für eine bemerkenswerte Vielfalt.

Dass der Trend immer größer wird, bestätigt Nicolette Naumann, Trendanalystin und Bereichsleiterin der Konsumgütermessen der Messe in Frankfurt. Geld werde zum Beispiel coronabedingt weniger in große Reisen gesteckt, dafür aber in hochwertige Grillgeräte, stellt sie fest. Zum Beispiel für American Smoker, bei denen das Grillgut nicht direkt über dem Feuer liegt, sondern in Heißluft oder Rauch unter einem Deckel gegart wird.

Vielfältige Modelle

Auf den Markt drängen auch neue Hybridmodelle aus Gas- und Kohlegrill, die die Vorteile des schnellen, gleichmäßigen und effizienten Erhitzens sowie der einfacheren Temperaturregelung des Gasgrills mit dem rauchigen Aroma, welches die Holzkohle erzeugt, kombinieren. Und dann gibt es da noch eiförmige Modelle im als klassisch japanisch geltenden Kamado-Stil. Sie eignen sich auch zum Brotbacken oder indirekten Grillen, bei dem das Grillgut nicht direkt über den Kohlen liegt und unter geschlossenem Deckel sanft gart. Bei der direkten Methode sind Würstchen und Co. nah über der Glut beziehungsweise der Hitzequelle. Grill-Experte Andreas Rummel, der auf Youtube auch den Kanal „Rummel Grill TV“ betreibt, sieht den eiförmigen Grill als ideales Zweitgerät für sogenannte „long Jobs“, weil sie lange eine konstante Hitze halten und darin etwa Spareribs oder Pulled Pork garen und zwölf bis 13 Stunden bleiben können. Für den extra rauchigen Geschmack empfiehlt er die Zugabe von Holzchips.

Tipps für Veggies

Natürlich kommt beim Grillbuchautor nicht nur Fleisch auf den Rost. Als ausgefallenen Tipp für Veggies nennt er etwa Porree. Die Lauchstangen werden ohne den oberen grünen Teil auf den Grill gelegt, so lange, bis sie schwarz sind. Die Farbe wird dann abgepellt, der Rest mit Salz und Olivenöl gewürzt. Wer die Wurzeln beim Grillen dran lässt, sorgt überdies für eine angenehme Rauchnote. Noch eine Rezeptidee von Rummel: der Karotten-Hot-Dog. Für ihn nimmt man Möhren, schält sie am Vortag, salzt sie und gefriert sie ein in einer Gefriertüte. Am nächsten Morgen auftauen lassen, dann sind sie „weich wie Gummi“, da das Wasser aus den Zwischenräumen der Zellen herausläuft. Auf dem Grill rösten und schließlich mit Coleslaw, Senf und Röstzwiebeln zwischen zwei leicht gegrillte Brötchenhälften legen.

Fleisch mit hohem Fettanteil und Fleisch am Knochen eignet sich gut zum Grillen, weil es saftiger wird. Fisch sollte mariniert werden, da die Marinade verhindert, dass er am Rost hängen bleibt. Besonders gut eignen sich festfleischige Fische wie Forellen, Saiblinge, Kabeljau, Steinbeißer, Dorade oder Seeteufel. (mgi)

Weitere Buch-Tipps gibt es übrigens hier.

Grillsaison

Und natürlich muss es nicht nur Fleisch oder Gemüse sein:
Viele Fische eignen sich zum Grillen. (Foto: Pixabay)

„Grillrezepte“

von Peter Engelmann

Neopubli, 2021

128 Seiten

21,90 Euro

Unser Fazit:

Rezepte, die auf jedem Grill funktionieren, hat Autor Peter Engelmann zusammengetragen. Für Anfänger und Profis ist das Buch gedacht, das 100 Zubereitungsvorschläge für Grillgut jeglicher Art bereithält. Außergewöhnliches findet sich in der Sammlung ebenso wie Bekanntes. Abwechslungsreich und lecker sind die Vorschläge Engelmanns, der sein Buch als Ratgeber versteht, mit dem Grillkünste verbessert werden können und der sich mit dem Wesentlichen beschäftigt – den Rezepten. Zu den Grillideen zählen Rouladenspieße, gefüllte Hühnerbrust, Thai-Fisch, Pizza-Hot-Dog und vieles mehr, was lecker vom Rost kommen kann. (red)

Rezept:

Spareribs vom Grill

Zutaten für vier Portionen:
1,5 kg Spareribs, 2 Zwiebeln, 2 Knoblauchzehen, 20 g Ingwer, 2 EL Butter, 5 EL brauner Zucker, 100 ml Apfelessig, 150 g Tomatenketchup, 100 ml Worcestersauce,
Salz und Pfeffer 

Zubereitung:
Damit die Rippchen beim Grillen saftig werden, müssen sie vorgekocht werden. Dazu Spareribs waschen und gründlich trockentupfen. In zwei bis drei Liter kochendes Wasser geben und etwa eineinhalb Stunden bei schwacher Hitze köcheln lassen. Für die BBQ-Marinade Zwiebeln, Knoblauchzehen und Ingwer schälen, fein würfeln und in Butter andünsten. Zucker zugeben und karamellisieren. Mit Apfelessig, Ketchup und Worcestersoße ablöschen. Aufkochen und bei mittlerer Hitze etwa 15 Minuten einkochen. Mit Salz und Pfeffer würzen. Spareribs müssen indirekt gegrillt werden, damit sie nicht zu trocken werden. Für diese Grilltechnik braucht man einen verschließbaren Kugel- oder Gasgrill, in dem die Hitze zirkulieren kann. Unter dem Rost eine Schale mit etwas Wasser platzieren und die Kohle im Kugelgrill um die Schale herumlegen. Spareribs aus dem Topf heben, kurz abtropfen lassen und mit der selbstgemachten BBQ-Soße bestreichen. Auf dem heißen Grill für 45-60 Minuten indirekt grillen. Während die Spareribs garen, immer wieder mit Marinade bepinseln. Spareribs vom Grill nehmen, in Stücke mit zwei bis drei Rippchen schneiden und genießen. Damit die Spareribs nicht verbrennen, darauf achten, dass die Temperatur nicht zu hoch wird. Sie sollte konstant zwischen 120 und 150 Grad liegen. Zudem sollten die Rippchen keiner direkten Hitze ausgesetzt sein. Es ist also darauf zu achten, dass das Fleisch immer nur über der Wasserschale, nie aber direkt über den heißen Kohlen liegt.
(Quelle: lecker.de)