Exklusiv aus dem neuen espresso 2021: Test Restaurant 959


Weine eines großen Jahrgangs, wie der von 1959, bescheren Liebhabern faszinierende geschmackliche Erlebnisse. Solch einen Weinklassiker, so heißt es, hatten die Betreiber des neu geplanten Restaurants im früheren Stadtgarten vor sich, als sie 2018 zur Namenswahl zusammensaßen. Um den richtigen Namen für ein ebenso faszinierendes Gastronomie-Erlebnis zu schaffen, strichen sie einfach eine 1. Das hellerleuchte Gebäude am Adenauerplatz ist mit seiner Rauminszenierung ein Blickfang. Links lädt „Pino’s Bar“ zu Drinks und Zigarren ein. Ein Bistro-Bereich mit Zweier-Tischen und Lederbank entlang der Fensterfront erstreckt sich vor dem stylisch-eleganten, fast mondänen Dining-Room: eine hohe Decke, dunkles Holz, rote Polster, gedämpftes Licht, hinter der Bar ein monumentales Lüpertz-Exponat, rechts und links davon zwei nie gesehene Flaschen-Paternoster. Da fällt es schwer, sich auf die Karte zu konzentrieren. Wir studieren sie zum Gruß aus der Küche, gebratenem Blumenkohl mit einem Curry-Sud, der eine prägnante Schärfe mitbringt. Herrlich der Einstieg. Neben drei Menüs (4-/5-/6-Gänge € 105/115/125) stehen fünf Vorspeisen, vier Zwischen- sowie fünf Hauptgänge und vier Desserts zur Auswahl. Gerichte, die zwischen modern mediterran wie Thunfischtatar mit Avocado (€ 24), klassisch modern wie Caesar’s Salat mit Rotgarnelen (€ 22) und echten Klassikern wie Rindergulasch € 22 variieren. Wie beim stimmigen Ambiente isst das Auge im wahrsten Sinne des Wortes mit. Die Bretonische Fischsuppe wird am Tisch aufgegossen, sie duftet herrlich und schmeckt ebenso. Der glasig gegarte milde Weiße Heilbutt (€ 34) ist festfleischig, bekommt durch kross gebratenen Südtiroler Speck und Steinpilze aromatische Gegenspieler, der Parmesan-Sud ist kräftig, aber passend elegant. Und weil wir Tristan Brandt, jetziger Geschäftsführer hier, „ausnahmsweise“ (so erfahren wir) in der Küche arbeiten sehen, genehmigen wir uns zum Dessert „Gin, Tonic, Gurke“ (€ 17). Ein frischer würzig-fruchtiger Klassiker, den wir vom ehemaligen 2-Sterne-Koch im Mannheimer Opus V kennen – eine perfekte Kombination. Einen einzigen Kritikpunkt bringen wir dennoch an: Angesichts des fulminaten Angebots in der fast deckenhohen Weinklima-Schrankwand zeigt sich die Auswahl an offenen Weinen mit jeweils fünf Weiß- und Rotweinen eher spärlich.

 

959

Friedrich-Ebert-Anlage 2
Heidelberg

Telefon: 06221 6742959

Internetadresse: 959heidelberg.com

Öffnungszeiten: Mo 18 – 22, Di bis Sa 12 – 22 Uhr

Plätze: 70, 46 Terrasse

Haltestelle: Bismarckplatz (Bus, Straba)

Besonderheiten: Mittagstisch, großes vegetarisches Angebot

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Essen & Trinken:
Ambiente:
Service:

 

 

 

Dies ist ein Artikel aus dem neuen espresso 2021.