Die Beatles zum Nachkochen: Zwischen Rührei und Erdbeerfeldern


Beatles

„Scrambled eggs, oh my baby, how i love your legs, I believe in scrambled eggs.“ Zu deutsch: „Rühreier, oh mein Baby, wie liebe ich doch deine Beine, oh ich glaube an Rühreier.“ Das waren die ersten Wörter, die sich Paul McCartney irgendwann 1964 zu einer Melodie notierte, die er eines Morgens im Ohr hatte. Welch ein Glück, dass sich McCartney bis zur Vollendung des Textes für den Titel „Yesterday“ entschied, für einen Song, der zu einem der erfolgreichsten der Beatles wurde.

Vor 50 Jahren haben sich die Fab Four getrennt. Doch nach wie vor sind sie populär. Und wer schon einen Song mit „Rühreiern“ beginnt, dem sollte doch auch ein Kochbuch gewidmet werden. „All you need – Auf kulinarischer Tour mit den Beatles“ ist ein wirklich schöner Lese- und Geschenketipp für Beatles-Fans und (kochbegeisterte) Musikliebhaber. Über 50 song-inspirierte Rezepte hat die Hölker-Kochbuchredaktion zusammengetragen. Da läuft einem schon bei „Strawberry Fields Forever“ (von John Lennon geschrieben und an ein Waisenhaus in Liverpool erinnernd) das Wasser im Munde zusammen. Denn der Song animiert zum Nachkochen des leckeren Erdbeercarpaccio mit Tête de Moine und Cranberrysoße. Das Fischbrötchen de Luxe (mit Nordseekrabben, Graved Lachs und frischem Trüffel) ist eine Hommage an die Hamburger Zeiten auf der Großen Freiheit.

 Das Buch ist eine musikalisch-kulinarische Hommage an die Beatles

Auf Sardinien, auf der Yacht seines alten Kumpels Peter Sellers, kam Ringo Starr die Inspiration zum Lied „Octopus’s Garden“ vom Album „Abbey Road“. „Ich wollt’, ich wär unter dem Meer – im schattigen Garten eines Kraken.“ Und wer auch nur einen Moment bei dieser witzigen Komposition an Essen denkt, kommt sicher auf Pulpo mit Tomatensalsa und Feldsalat.

Weil alle Rezepte – die natürlich nicht von den Beatles stammen, sondern von Silke Martin kurz, präzise und nachvollziehbar zusammengestellt und von Hubertus Schüler sehr schön ins rechte Licht gerückt wurden – mit einem eigenen kleinen Intro  aufwarten, wird die Geschichte der Beatles auf genussreiche Weise wieder lebendig. Zur unterhaltsamen Einführung gibt’s zudem „Die Ballade vom Vorstadt-Beatle“ von Thomas Göthel, Historiker, Musikproduzent und schon seit dem fünften Lebensjahr Beatles-Fan. Und zwischen den Rezepten von Fish & Chips & Mushy Peas, Espresso-Kirschtorte und Rinderfiletspitzen in Pfeffer-Whisky-Soße gibt’s noch viele historische Fotos der Pilzköpfe – im Anzug und Krawatte, in Badehose  oder aber mit Zigarette, in Strumpfhosen, Wams und Rüschenkragen. (cro)

Weitere Buch-Tipps gibt es übrigens hier.

All you need –
Auf kulinarischer Tour mit den Beatles“

von Silke Martin und
Hubertus Schüler

Hölker Verlag, Münster 2020

160 Seiten

30 Euro 

Rezept: Rührei mit Speck
(für 2 Personen)

Zutaten:
4–6 Scheiben Bacon
½ Bund Schnittlauch
4 Eier (Größe M)
2 EL Milch oder Sahne
2 EL Mineralwasser
Salz
frisch gemahlener 
schwarzer Pfeffer
1 Prise frisch geriebene Muskatnuss
1 Prise Cayennepfeffer
2 EL Butter

Zubereitung:
Den Bacon in einer heißen Pfanne ohne Fett knusprig ausbraten. Auf Küchenpapier abtropfen lassen. Den Schnittlauch abbrausen, trocken tupfen und in feine Röllchen schneiden. Die Eier mit dem Schneebesen kräftig aufschlagen. Milch bzw. Sahne und Mineralwasser kurz unterschlagen. Mit Salz, Pfeffer, Muskat und Cayennepfeffer würzen. Den Schnittlauch bis auf einen Teelöffel unter die Eimasse rühren. Die Butter in einer heißen Pfanne erhitzen. Die Eimasse zugeben und kurz stocken lassen. Mit einem Holzschaber vorsichtig durchrühren, bis das Ei komplett gestockt, aber noch cremig ist. Das Rührei auf Teller verteilen, jeweils zwei bis drei Scheiben Speck darauflegen und mit Schnittlauchröllchen garnieren. Dazu passt frisches Bauernbrot oder ein lauwarmer Kartoffelsalat.