Geboren 1986 in Speyer absolvierte Benjamin Peifer erst eine Bäckerlehre, danach seine Ausbildung im Ketschauer Hof in Deidesheim, bevor er nach einem Praktikum im Gästehaus Erfort in Saarbrücken ins Hofgut Ruppertsberg wechselte. Bis 2016 war er Chef de Cuisine im Restaurant Urgestein in Neustadt, welches 2014 mit dem Michelin-Stern ausgezeichnet wurde. Peifer lebt mit seiner Lebensgefährtin Bettina Thiel in Kallstadt, wo beide das Intense betreiben. 2019 hat Peifer zusammen mit Weinspezialist Johannes Lochner The Izakaya in Wachenheim eröffnet. Das Restaurant ist mittlerweile mit einem Stern ausgezeichnet.

Herr Peifer, wenn Sie einmal Zeit finden, selbst essen zu gehen: Welchen Stil bevorzugen Sie dann – Weinstube, asiatisch, Sterneküche … ?
Das ist tagesformabhängig. Ich mag jede Art von Küche, solange sie mit Liebe und Handwerk zubereitet ist. Gastronomie, die nur auf Profit basiert, mag ich eher nicht so. Ich mag Herzblut …

Und wenn Sie zu Hause kochen: Haben Sie so etwas wie ein absolutes Lieblingsgericht?
Wir haben zu Hause keine Küche, sprich: Ich kann höchstens toasten. Wenn ich für uns koche, dann im Laden. Und es beschränkt sich in der Regel auf Nudeln mit Tomatensoße oder Koshihikari-Reis mit Knoblauchbutter – das beste Gericht ever.

Sie haben ja zweifelsohne ein Faible für die japanische Küche. Was gefällt Ihnen daran so sehr?
Mich fasziniert diese Umami-Tiefe, ohne den Eigengeschmack zu überdecken. Und das Streben nach der perfekten Zubereitung, egal, um welches Lebensmittel es sich handelt.

Wie erholen Sie sich eigentlich vom sicher oft stressigen Arbeitsalltag?
Ich habe das große Glück, mit Bettina eine Freundin zu haben, die mich durch ihr tolles Wesen innerhalb kürzester Zeit wieder „beruhigen“ kann. Also ist es die freie Zeit, die wir gemeinsam verbringen können – unabhängig davon, wo das ist.

Gibt es in Ihrer Karriere so etwas wie „die größte Küchenkatastrophe“?
Es gibt jede Menge Katastrophen, auch heute noch täglich. Ich glaube, dass es diese Katastrophen sind, die uns schneller lernen lassen. In meiner Ausbildung habe ich mich mal beim Stollenbacken extrem mit dem Salz verrechnet. Das war im ersten Moment echt ‘ne Katastrophe, weil ich mit der Situation nicht umgehen konnte. Aber später hat es dann zur Gänseleber ganz gut gepasst…

 

Intense in Kallstadt (Foto: Enrico Markx)

In der 22. Ausgabe des espresso-Magazins verraten uns 14 Sterneköchen wie Benjamin Peifer ihre Hobbies und was bei ihnen auf den Tisch kommt. Auch in der neuen 23. Ausgabe des espresso kommen wieder Genuss-Menschen zu Wort, unter anderem die aktuellen Weinköniginnen aus der Region sowie Spitzenköche wie Johann Lafer und Alexander Herrmann.
Den neuen Gastroguide gibt es im Buch- und Zeitschriftenhandel!

Weitere Genuss-Menschen kommen hier zu Wort.