Alexander Herrmann geht online auf kulinarische Zeitreise


Alexander Herrmann

Er ist mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet, dürfte einem großen Publikum aus dem Fernsehen bekannt sein und begeistert mit seinem Kochwissen auch in diversen Live-Shows. Alexander Herrmann gehört zu den bekanntesten TV-Köchen und hatte eigentlich geplant, mit seinem aktuellen Bühnenprogramm „… und eine Prise Wahnsinn“ auf Tour zu gehen. Das musste jedoch aufgrund der aktuellen Situation mehrfach verschoben werden. Als Antwort auf das anhaltende Veranstaltungsverbot geht der gebürtige Kulmbacher, der 15 Kilometer entfernt in Wirsberg das „Posthotel Alexander Herrmann“ führt, einfach online. „Wem schmeckt denn sowas?“ fragt er in seinem Programm und widmet sich darin Kuriositäten aus Kochbüchern der 60er-, 70er-, 80er- und der 90er-Jahre. Und er fragt sich, ob man das, was zum Beispiel vor 50 Jahren gekocht wurde, heute noch essen kann.  

Alexander Herrmann nimmt sich Rezepte aus vergangenen Zeiten vor

In vier Folgen nimmt sich der Spitzenkoch Rezepte aus vergangenen Zeiten vor, kocht sie original und dann zusätzlich nach heutigen Maßstäben – „reloaded“ also. Das Streaming-Event nimmt mit auf eine kulinarische Reise in Zeiten, in denen Mett-Igel oder Toast Hawaii noch hipp waren, es angesichts „kulinarischer Katastrophen“, wie Herrmann es nennt, gängig war, mit einem Kräuterschnaps zu verdauen.
Zusammen mit Gästen und scharfsinnigem Humor zeigt er aber auch, dass so manche Gerichte zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind. (mgi)

Info
„Wem schmeckt denn sowas?“
mit Alexander Herrmann,
jeweils Samstag, 17. April, 1., 15. und 29. Mai,
den Zugangscode gibt es für 49,90 Euro unter printyourticket.de, s-promotion.de oder unter der Tickethotline: 06073 722740. 
Im Preis ist ein Downloadlink zu den Rezepten und ein Rabattgutschein in Höhe von 25 Prozent für eine Tourshow von Alexander
Herrmann entalten.

Weitere Buch-Tipps gibt es übrigens hier.

Alexander Herrmann

Zeigt Genießern auch online, was schmeckt: Alexander Herrmann kocht alte Rezepte nach und interpretiert sie neu. (Archivfoto: frei)

„Weil’s einfach besser ist“ 

von Alexander Herrmann

Dorling Kindersley

224 Seiten

24,95 Euro

Unser Fazit:
Für jede Zutat die perfekte Zubereitungsart. Das verspricht Spitzenkoch Alexander Herrmann in seinem Buch „Weil’s einfach besser ist“. Er weiß sein Profi-Wissen so umzusetzen, dass die Rezepte leicht zuhause nachzukochen sind. 85 hat er zusammengetragen, in den Kategorien Topf, Pfanne, Ofen und rohe Zutaten. Das Motto des Sternekochs: „Wenn die Zutaten so gut sind, dass sie im Mittelpunkt stehen und in der für sie bestimmten Art zubereitet werden, dann wird das Essen köstlich!“ Und so wird zum Beispiel der Kürbis zur perfekten Suppe, wenn man ihn vorher im Ofen schmort.

Zum Nachkochen:
Forellen-Ceviche mit Schalotten, Senfkörnern und zweierlei Meerrettich von Spitzenkoch Alexander Herrmann

Zutaten:
(für 2 Personen)

Für das Forellen-Ceviche:
2 frische Forellenfilets, küchenfertig, ohne Haut und in 1-1,5 cm große Stücke geschnitten, Fleur de sel, 2 EL Weißweinessig, 5g helle Senfkörner, 1 Schalotte (40 g), geschält und in feine Scheiben geschnitten, 1 EL Rapsöl, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Für die Dillgurken:
200 g Salatgurke, geschält, entkernt, der Länge nach zuerst in 4 Streifen und dann schräg in 1 cm große Stücke geschnitten, Salz, brauner Zucker, 1-2 Stängel Dill, abgezupft, ein paar Spitzen zur Dekoration beiseitegelegt, Stiele und restliche Dillspitzen fein gehackt, schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Zum Anrichten:
2 TL Sahnemeerrettich
(Glas), ein kleines Stück Meerrettich, geschält

Zubereitung:
Die Fischstücke in eine flache Auflaufform legen, mit 2-3 Prisen Fleur de sel würzen, mit Weißweinessig beträufeln, vorsichtig mischen und 20 Minuten ziehen lassen; dadurch wird der Fisch gebeizt. Inzwischen die Senfkörner in kochendes Wasser geben und 8 Minuten kochen. Die Schalottenscheiben hinzugeben und 2 Minuten mitgaren. Dann Senfkörner und Schalotten abgießen, mit kaltem Wasser abbrausen und gut abtropfen lassen.
Parallel dazu für die Dillgurken die Gurkenstücke mit 2 Prisen Salz und 1 Prise Zucker würzen, durchmischen, kurz ziehen lassen und dann mit dem gehackten Dill und Pfeffer verfeinern. Senfkörner und Schalotte in ein Sieb abgießen, mit kaltem Wasser abbrausen, abtropfen lassen und zum Fisch geben, mit Rapsöl beträufeln und alles locker vermischen, eventuell nochmals mit Fleur de sei und Pfeffer abschmecken. Je 1 TL Sahnemeerrettich auf einem flachen Teller verstreichen. Die marinierten Fischstücke darauf anrichten, mit Gurkenstücken und Dill garnieren. Zum Schluss den Meerrettich frisch darüberreiben und servieren.

Profitipp:
Ceviche lebt von der aromatischen Kraft der Säure, die den Fisch quasi gart. Dies ist eine sogenannte geschmackliche Highend-Variante.